Censys zählt rund 815 offen erreichbare ARTEX-Angriffskonsolen
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Censys hat am 5. November gemeldet, dass rund 815 Installationen des KI-Angriffswerkzeugs ARTEX offen im Netz erreichbar sind; der Code kursiert trotz Rückzug des Entwicklers weiter.
Laut Ramp AI Index sank der Durchschnittspreis pro Million Token für OpenAI und Anthropic in der Woche bis 23. Oktober um 26,8 Prozent gegenüber vier Wochen zuvor, während die Ausgaben deutlich langsamer stiegen als die Nutzung.
Censys zählt rund 815 offen erreichbare ARTEX-Angriffskonsolen
Das Sicherheitsunternehmen Censys hat am 5. November gemeldet, dass Anfang November 1.465 Server eine offen erreichbare Bedienoberfläche des KI-Angriffswerkzeugs ARTEX zeigten. Rund 650 davon liegen mit identischer Konfiguration in zwei Hosting-Netzen; ohne sie bleiben laut Censys etwa 815 einzelne Installationen. Der Entwickler hat das Projekt inzwischen zurückgezogen, laut TechCrunch sind aber weiterhin Dutzende Kopien des Codes auf Code-Plattformen verfügbar.
Florians EinordnungBelegt sind die Zählung von Censys und die bereits von CrowdStrike und Microsoft beschriebenen Angriffe; Censys schreibt selbst, dass einige der offen erreichbaren Installationen wohl von autorisierten Sicherheitstestern betrieben werden und die tatsächliche Verbreitung höher liegen dürfte. Meine Einordnung: Ein Werkzeug, das Scans, Passwortrateversuche und den Missbrauch von App-Berechtigungen automatisiert, verschwindet nicht durch einen Rückzug des Entwicklers; laut TechCrunch nutzten viele der zugeordneten Angriffe schwache Passwörter und fehlende Mehr-Faktor-Anmeldung.
Für Ihren Alltag Prüfen Sie, ob wirklich jedes Konto mit Zugang von außen, auch Dienstleister- und Admin-Konten, eine Mehr-Faktor-Anmeldung nutzt; laut TechCrunch nutzten viele der ARTEX zugeordneten Angriffe schwache Passwörter und fehlende Mehr-Faktor-Anmeldung.
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ARTEX ist ein quelloffenes Werkzeug für automatisierte Penetrationstests, das KI-Agenten mit einem Sprachmodell steuert. Es wurde laut Censys am 26. Juli 2026 auf GitHub veröffentlicht. Am 24. Oktober haben wir über den Fall berichtet, in dem die China zugeordnete Gruppe Storm-0940 ARTEX laut Microsoft nach dem Einbruch bei ConnectWise Cloud Backup einsetzte. Laut Censys automatisierte die Gruppe damit Scans, das Durchprobieren von Passwörtern und den Missbrauch von App-Berechtigungen und versuchte Anmeldungen bei mehr als 2.250 Mandanten.
Neu ist die Messung von Censys. Am 3. beziehungsweise 4. November fand das Unternehmen 1.465 Server mit erreichbarer ARTEX-Oberfläche, die meisten in den USA, Hongkong und China. Abzüglich zweier Hosting-Netze mit identisch eingerichteten Servern bleiben etwa 815 Installationen. Auf 155 Servern lief zusätzlich mindestens ein weiteres bekanntes Angriffswerkzeug. In 32 offenen Verzeichnissen lagen unter anderem Exploits, Schadprogramme für dauerhaften Zugriff und Skripte rund um Zugangsdaten.
Der Entwickler hat angekündigt, ARTEX nicht mehr quelloffen weiterzuführen, das Repository ist entfernt. Laut TechCrunch existieren aber noch Dutzende Kopien, die weiter für Angriffe nutzbar sind; Censys nennt zudem umbenannte Varianten.
Für Betriebe in DACH zählt vor allem ein Satz aus dem TechCrunch-Bericht: Viele der Angriffe nutzten einfache Schwächen wie schwache oder bekannte Passwörter und fehlende Mehr-Faktor-Anmeldung. Das betrifft besonders Firmen, deren IT ein externer Dienstleister mit Fernzugriff betreut. Eine eigene Prüfung der Censys-Daten habe ich nicht vorgenommen.
Ramp-Index: Mehr KI-Nutzung, Durchschnittspreis pro Token sinkt stark
Der Ramp AI Index, der Firmenausgaben von mehr als 85.000 US-Unternehmen auswertet, zeigt für die Woche bis 23. Oktober 26,8 Prozent niedrigere Durchschnittspreise pro Million Token für OpenAI und Anthropic als in der Vergleichswoche vier Wochen zuvor. Die Token-Menge stieg im selben Zeitraum um 37,1 Prozent, die Ausgaben nur um 8,9 Prozent. Laut TechCrunch vom 6. November waren die Ausgaben im August und September zuvor zusammen nur um 1,5 Prozent gewachsen.
Florians EinordnungBelegt sind die Zahlen aus Ramps eigener Kundenbasis; Ramp schreibt selbst, dass die Token-Werte aus einer Teilgruppe stammen und nicht repräsentativ sind, und der Ökonom Ara Kharazian sagt, fast alle Ausgaben kämen von wagniskapitalfinanzierten Tech-Firmen. Meine Einordnung: Für den Mittelstand sind das keine Vergleichszahlen, wohl aber ein deutliches Signal, dass KI-Leistung billiger wird und Preise nachverhandelt oder neu verglichen werden sollten.
Für Ihren Alltag Wenn Sie KI-Dienste nach Verbrauch oder mit Jahresvertrag bezahlen, vergleichen Sie vor der nächsten Verlängerung die aktuellen Preise und günstigeren Modellvarianten; bei festen Lizenzen pro Platz besteht derzeit kein besonderer Handlungsbedarf.
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Ramp ist ein US-Anbieter für Firmenkarten und Ausgabenverwaltung. Sein AI Index wertet Kartenzahlungen, Rechnungen und Überweisungen von mehr als 85.000 US-Unternehmen aus. Nach den Zahlen bis September 2026 zahlten 55,9 Prozent dieser Firmen für KI-Produkte. Ramp schreibt selbst, dass Gratis-Werkzeuge und private Konten fehlen und die Werte die tatsächliche Nutzung eher unterschätzen.
Die Token-Zahlen stammen aus einer kleineren Gruppe von Kunden, die Ramps eigenes Produkt zur Steuerung von Token-Ausgaben nutzen. In der Woche bis 23. Oktober lag der Durchschnittspreis pro Million Token für OpenAI und Anthropic bei 0,56 Dollar, 26,8 Prozent unter dem Wert vier Wochen zuvor. Ramp spricht von einem Mischpreis; ein solcher Wert sinkt auch, wenn Kunden auf günstigere Modelle wechseln. Die Token-Menge stieg um 37,1 Prozent, die Ausgaben um 8,9 Prozent. Anthropic kam auf 60,5 Prozent der Token-Ausgaben, OpenAI auf 35,1 Prozent.
TechCrunch hat die Daten am 6. November mit Ramps leitendem Ökonomen Ara Kharazian eingeordnet. Demnach wuchsen die Ausgaben im August und September zusammen nur um 1,5 Prozent. Als Gründe nennt der Bericht Preissenkungen der Anbieter, günstige offene Modelle und Kostenkontrollen in den Unternehmen: Voreinstellungen gegen teure Modelle bei langen Aufgaben, Budgets für Beschäftigte und Router, die Anfragen an billigere Modelle weiterleiten.
Die mittlere Firma zahlte im September laut Index 15,70 Dollar pro Beschäftigtem und Monat für KI. Für Betriebe in DACH ist das kein Maßstab, weil die Daten aus den USA stammen und laut Kharazian fast alle KI-Ausgaben auf wachstumsstarke Tech-Firmen entfallen. Übertragbar ist der Trend: Gleiche Aufgaben werden günstiger, wenn man Modell und Tarif regelmäßig überprüft.
Sie sind IT-Sicherheitsberater für kleine und mittlere Unternehmen im DACH-Raum. Helfen Sie mir, alle Zugänge zu unseren Systemen zu erfassen, die von außen erreichbar sind, und zu prüfen, ob sie ausreichend abgesichert sind. Unsere Ausgangslage: [eingesetzte Dienste, z. B. Microsoft 365, Buchhaltung, Warenwirtschaft, Fernwartung, VPN, Backup-Dienst; Zahl der Beschäftigten; welcher IT-Dienstleister welche Zugänge nutzt]. Aufgabe: 1. Erstellen Sie eine Tabelle aller Zugangsarten mit den Spalten Dienst, Kontotyp (Mitarbeiter, Administrator, Dienstleister, technisches Konto), Mehr-Faktor-Anmeldung ja/nein/unbekannt, zuständige Person. 2. Nennen Sie für jede Zeile mit nein oder unbekannt den nächsten konkreten Prüfschritt. 3. Formulieren Sie fünf Fragen, die wir unserem IT-Dienstleister zu seinen eigenen Zugängen in unsere Systeme stellen sollten. 4. Markieren Sie, wo Sie Annahmen treffen. Erfinden Sie keine Produktfunktionen; wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Dienst Mehr-Faktor-Anmeldung unterstützt, schreiben Sie das ausdrücklich.
Nutzen Sie ihn als Startpunkt für eine Zugangsinventur, bevor Sie mit Ihrem IT-Dienstleister über Absicherung sprechen.
Deep Dive
Automatisierte Angriffe treffen einfache Lücken: Was Sie jetzt absichern
Werkzeuge wie ARTEX ändern weniger, welche Schwachstellen angegriffen werden, als wie schnell und in welcher Menge das geschieht. Laut Censys automatisierte die Gruppe Storm-0940 mit ARTEX das Durchprobieren von Passwörtern und versuchte Anmeldungen bei mehr als 2.250 Mandanten. TechCrunch fasst zusammen, dass viele der zugeordneten Angriffe schwache oder bekannte Passwörter und fehlende Mehr-Faktor-Anmeldung ausnutzten. Die folgenden Schritte sind meine Einordnung, keine Sicherheitsprüfung Ihres Betriebs.
Erstens: Mehr-Faktor-Anmeldung lückenlos machen. Oft ist sie für die Belegschaft eingeschaltet, aber nicht für alte Administratorkonten, gemeinsam genutzte Postfächer oder den Zugang des IT-Dienstleisters. Genau diese Ausnahmen sind für automatisierte Rateversuche interessant. Eine einfache Liste aller Konten mit Zugang von außen ist der erste Schritt; der Prompt dieser Ausgabe hilft dabei.
Zweitens: Dienstleister einbeziehen. Der ConnectWise-Fall zeigte, dass Angreifer über einen Anbieter an viele Kunden zugleich herankommen können. Fragen Sie Ihren IT-Dienstleister, wie seine eigenen Zugänge zu Ihren Systemen gesichert sind, wer sie nutzt und wie schnell er sie im Ernstfall sperren kann.
Drittens: App-Berechtigungen prüfen. Storm-0940 missbrauchte laut Censys auch App-Berechtigungen. In Microsoft 365 und vergleichbaren Diensten sammeln sich über Jahre Zusatzprogramme mit weitreichendem Zugriff. Lassen Sie prüfen, welche davon noch gebraucht werden, und entfernen Sie den Rest.
Viertens: Anmeldewarnungen ernst nehmen. Massenhafte fehlgeschlagene Anmeldungen sind oft das erste sichtbare Zeichen. Klären Sie, wer solche Warnungen erhält und was dann passiert, auch am Wochenende.
Fünftens: Die Lage realistisch einschätzen. Die Censys-Zahlen sagen nicht, wie viele Firmen in DACH angegriffen wurden, und einige ARTEX-Installationen werden laut Censys wohl von autorisierten Testern betrieben. Ein Grund für Panik ist das nicht, wohl aber dafür, die einfachen Grundlagen jetzt sauber zu schließen, statt auf ein ausgefeiltes Abwehrprodukt zu warten.
Gegen automatisierte Rateversuche hilft am meisten, dass es nichts mehr zu raten gibt.
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