KI-Automatisierung im Mittelstand 2026 — was 30 Betriebe wirklich bremst
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-11 · von Florian Zitzmann, flowsulting · Erhebung: Bachelorarbeit, OTH Regensburg
In einer Befragung von über 800 kleinen und mittleren Betrieben im DACH-Raum (30 ausführliche Antworten) sind die häufigsten Zeitfresser manuelle Abrechnung und Dokumentation. Der meistgenannte Grund, warum noch nicht automatisiert wurde, ist „kein passendes Tool bekannt“. Kernbefund: Die Kernprozesse sind digitalisiert — die Handarbeit steckt in den Übergaben dazwischen.
Die häufigsten Zeitfresser
Nennungen durch die befragten Betriebe (Mehrfachnennung möglich):
Warum noch nicht automatisiert wird
| Blocker | Nennungen |
|---|---|
| Kein passendes Tool bekannt | 3× |
| Systemfragmentierung (mehrere Tools, keine Integration) | 2× |
| Datenschutz / fehlendes Vertrauen | 2× |
| Kosten / Budget | 1× |
Auffällig: Der häufigste Grund ist nicht fehlender Bedarf, sondern fehlendes Wissen darüber, dass es für den eigenen, oft sehr speziellen Ablauf überhaupt eine Lösung gibt.
Kernbefund: das „Letzte-Meile“-Problem
Über alle Branchen hinweg zeigt sich ein Muster: Die Kernsysteme sind vorhanden und digital — DATEV in der Kanzlei, das Praxisverwaltungssystem in der Praxis, die Branchensoftware im Handwerk. Was fehlt, sind die Übergaben dazwischen. Leistungen werden erfasst, aber nicht automatisch abgerechnet; Belege liegen digital vor, werden aber von Hand kontiert; Aufmaße entstehen auf der Baustelle und werden abends abgetippt. Diese „letzte Meile“ kostet je nach Betrieb mehrere Stunden pro Woche — und ist genau der Teil, den KI-Automatisierung übernehmen kann, ohne das Kernsystem anzutasten.
Methodik & Grenzen (ehrlich)
- · Über 800 KMU im DACH-Raum per E-Mail angeschrieben, 30 mit ausführlichen Angaben geantwortet.
- · Qualitative Auswertung im Rahmen einer Bachelorarbeit an der OTH Regensburg.
- · Nicht statistisch repräsentativ: kleine Stichprobe, Selbstselektion der Antwortenden, laufende Erhebung. Die Zahlen zeigen Muster und O-Töne, keine gesicherten Marktanteile.
- · Ausschließlich anonymisierte Aggregate — keine Namen einzelner Betriebe, nur Branche und Region.
Häufige Fragen zur Studie
Was ist der wichtigste Befund der Studie?
Die meisten befragten Betriebe haben ihre Kernprozesse längst digitalisiert — der Aufwand steckt in der „letzten Meile“: den manuellen Übergaben zwischen Systemen (z. B. Leistung erfasst, aber Rechnung von Hand; Beleg da, aber Buchung manuell). Genau dort, nicht im Kernsystem, liegt das größte Automatisierungspotenzial.
Wie viele Betriebe wurden befragt?
Über 800 kleine und mittlere Betriebe im DACH-Raum wurden angeschrieben; 30 haben mit ausführlichen Angaben geantwortet. Das ist eine qualitative, bewusst kleine Stichprobe — sie zeigt Muster und O-Töne, ist aber statistisch nicht repräsentativ.
Welche Branchen sind vertreten?
Steuerkanzleien und Rechtsanwaltskanzleien, Arzt- und Physiotherapie-Praxen, Handwerk (v. a. Elektro), Ingenieurbüros, IT-Dienstleister und Versicherungsmakler — Schwerpunkt Bayern/Ostbayern, ergänzt um weitere DACH-Regionen.
Darf ich die Zahlen zitieren?
Ja, mit Quellenangabe: „flowsulting / Befragung im Rahmen einer Bachelorarbeit, OTH Regensburg, 2026“. Es werden ausschließlich anonymisierte Aggregate veröffentlicht — keine Namen einzelner Betriebe.
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